Heute, Donnerstag der 10. Dezember 2009, wird in Stockholm der Literaturnobelpreis verliehen.
Wie bereits berichtet, erhält heuer Herta Müller diese Auszeichnung.
Ganz nebenbei: Mit dem Gewinn des Literaturnobelpreises geht ein Preisgeld von umgerechnet 950.000 Euro einher.
Was Herta Müller mit dieser Summe anstellen will, verrät sie nicht: “Ich kaufe mir jedenfalls keine Jacht, machen Sie sich da keine Sorgen”.
“Ich bin ein ganz gewöhnlicher Mensch und das möchte ich auch bleiben”, sagt sie bescheiden. Sympathisch!
Passend zu diesem Anlass gibt’s eine Liste aller deutschsprachigen Literaturnobelpreisträger:
2009 Herta Müller (Deutschland, in Rumänien geboren),
sie habe „mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit gezeichnet“
2004 Elfriede Jelinek (Österreich),
„für den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen“.
1999 Günter Grass (Deutschland),
„weil er in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat“.
1981 Elias Canetti (Großbritannien, geboren in Bulgarien),
„für sein schriftstellerisches Werk, geprägt von Weitblick, Ideenreichtum und künstlerischer Kraft“.
1972 Heinrich Böll (Westdeutschland),
„für eine Dichtung, die durch ihre Verbindung von zeitgeschichtlichem Weitblick und liebevoller Gestaltungskraft erneuernd in der deutschen Literatur gewirkt hat“.
1966 Nelly Sachs (Schweden, in Deutschland geboren),
„für ihre hervorragenden lyrischen und dramatischen Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Stärke interpretieren“.
1946 Hermann Hesse (Deutschland/Schweiz),
„für sein inspiriertes dichterisches Schaffen, in dessen Entwicklung Kühnheit und das Durchdringen zum Wesentlichen zunehmen, das für die Ideale des klassischen Humanismus eintritt und hohe Kunst des Stils repräsentiert“.
1929 Thomas Mann (Deutschland),
„hauptsächlich für seinen großen Roman ‚Buddenbrooks‘, der sich die Anerkennung als eines der klassischen Werke der zeitgenössischen Literatur erworben hat“.
1919 Carl Spitteler (Schweiz),
„vor allem in Anerkennung seines machtvollen Epos ‚Olympischer Frühling‘“.
1912 Gerhart Hauptmann (Deutschland),
„für sein fruchtbares und vielseitiges Wirken im Bereich der dramatischen Dichtung“.
1910 Paul Heyse (Deutschland),
„in Anerkennung der vollendeten, von Idealismus durchleuchteten Kunst, für die er während langer fruchtbarer Jahre als Lyriker, Dramatiker, Romancier und als Verfasser von weltberühmten Novellen Beweise gegeben hat“.
1908 Rudolf Eucken (Deutschland),
„in Anerkennung seines ernsthaften Suchens nach der Wahrheit, der durchdringenden Kraft der Gedanken, der Weite seines Blickfelds, der Wärme und Eindringlichkeit der Darstellung, womit er in seinen zahlreichen Arbeiten eine idealistische Lebensphilosophie gerechtfertigt und weiterentwickelt hat“.
1902 Theodor Mommsen (Deutschland),
„dem größten lebenden Meister der historischen Darstellung, besonders in Anerkennung seiner monumentalen ‚Römischen Geschichte‘“.
Herta Müller reiht sich in eine Reihe großer Männer und Frauen ein.
Noch heute gibt es unzählige Bücherfreunde, die Werke von Hesse, Mann oder Böll lesen oder beinahe vergöttern (mich eingeschlossen).
Diese Werke sind zeitlos. Zeitlos schöne Sprache. Und Themen, die auch 80 Jahre später berühren und ansprechen.