Niemand sucht aus

Dieses Gedicht ist mir heute in die Hände gefallen & ich finde, es passt unglaublich gut zu der Zeit, in der wir leben.
Ich möchte nichts dazu sagen, es einfach im Raum schweben lassen & dem Gedicht die Freiheit geben, euch zum Nachdenken anzuregen…

Niemand sucht aus

Man sucht sich das Land seiner
Geburt nicht aus,
und liebt doch das Land,
wo man geboren wurde.
Man sucht sich die Zeit nicht aus,
in der man die Welt betritt,
aber muss Spuren in seiner Zeit hinterlassen.

Seiner Verantwortung kann sich
niemand entziehen.
Niemand kann seine Augen
verschließen, nicht seine Ohren,
stumm werden und sich die Hände
abschneiden.

Es ist die Pflicht von allen zu lieben,
ein Leben zu leben,
ein Ziel zu erreichen.

Wir suchen den Zeitpunkt nicht aus,
zu dem wir die Welt betreten,
aber gestalten können wir diese Welt,
worin das Samenkorn wächst,
das wir in uns tragen.

Gioconda Belli

Gioconda Belli, geboren 1948 in Managua, ist als nicaraguanische Schriftstellerin und Lyrikerin eine der international bekanntesten lateinamerikanischen Autorinnen.
Belli ist eine Freiheitskäpferin und schloss sich 1970 der FSLN an, der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront gegen die Dikatatur der Somoza-Familie.

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BLATTGOLD – Junge AutorInnen aufgepasst!

BLATTGOLD - Lesebühne für junge AutorInnen

Am Freitag, den 15. Jänner 2010 wird bei den Grazer Minoriten für junge, frische Literatur Platz gemacht.

Angehende Schreiberlinge und unverbrauchte PoetInnen sind eingeladen ohne Publikum, ohne Bühne und ohne Leistungsdruck im “kleinen Kreis” ihre Texte vorzustellen.
Zu Beginn werden die unveröffentlichten und selbstständig verfassten Texte der TeilnehmerInnen kopiert und ohne Verfasserangabe an alle Anwesenden ausgeteilt.

Niemand weiß also, wer welchen Text geschrieben hat!

Die Texte werden nach und nach vorgelesen und in der Runde besprochen.
Ohne die Angst bloßgestellt zu werden, ist jede/r Einzelne Jury und Bewertete/r zugleich.

Diese Lesebühne und Feedbackrunde für junge AutorInnen wird von Catherine T. Nicholls moderiert.

Stilrichtung und Genre sind frei zu wählen – der Gesamtumfang von 2 DinA4 Seiten soll jedoch nicht überschritten werden!

Veranstaltungsort: Minoriten Galerien, Graz
Datum: Freitag, 15. Jänner 2010
Beginn: 20:00 Uhr

Eintritt frei!

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Lesung der Steirischen Autoren

Bei diesem Post kommt zum ersten Mal mein “regionaler Schwerpunkt” zum Tragen.
Im Herbst/Winter 2009 lasen 11 Steirischer Autoren aus ihren Werken vor.
Am 17. Dezember 2009, also heute, um 18:30 Uhr findet die letzte Lesung dieser Veranstaltungsreihe statt.

E. M. Walter wird im Zuge der Reihe Im Blickpunkt der Steirischen Autoren aus seinen eigenen Werken lesen.

Veranstaltungsort:

Herrengasse 3/II
Graz
Wer nähere Informationen zu diesem Abend erhalten möchte, dem sei diese E-Mail Adresse nahegelegt
Ein Zuckerl am Rande (für arme Studenten): Der Eintritt beschränkt sich auf freiwillige Spenden!

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Der Nobelpreis für Literatur

Heute, Donnerstag der 10. Dezember 2009, wird in Stockholm der Literaturnobelpreis verliehen.
Wie bereits berichtet, erhält heuer Herta Müller diese Auszeichnung.
Ganz nebenbei: Mit dem Gewinn des Literaturnobelpreises geht ein Preisgeld von umgerechnet 950.000 Euro einher.
Was Herta Müller mit dieser Summe anstellen will, verrät sie nicht: “Ich kaufe mir jedenfalls keine Jacht, machen Sie sich da keine Sorgen”.
“Ich bin ein ganz gewöhnlicher Mensch und das möchte ich auch bleiben”, sagt sie bescheiden. Sympathisch!

Passend zu diesem Anlass gibt’s eine Liste aller deutschsprachigen Literaturnobelpreisträger:

2009 Herta Müller (Deutschland, in Rumänien geboren),
sie habe „mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit gezeichnet“

2004 Elfriede Jelinek (Österreich),
„für den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen“.

1999 Günter Grass (Deutschland),
„weil er in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat“.

1981 Elias Canetti (Großbritannien, geboren in Bulgarien),
„für sein schriftstellerisches Werk, geprägt von Weitblick, Ideenreichtum und künstlerischer Kraft“.

1972 Heinrich Böll (Westdeutschland),
„für eine Dichtung, die durch ihre Verbindung von zeitgeschichtlichem Weitblick und liebevoller Gestaltungskraft erneuernd in der deutschen Literatur gewirkt hat“.

1966 Nelly Sachs (Schweden, in Deutschland geboren),
„für ihre hervorragenden lyrischen und dramatischen Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Stärke interpretieren“.

1946 Hermann Hesse (Deutschland/Schweiz),
„für sein inspiriertes dichterisches Schaffen, in dessen Entwicklung Kühnheit und das Durchdringen zum Wesentlichen zunehmen, das für die Ideale des klassischen Humanismus eintritt und hohe Kunst des Stils repräsentiert“.

1929 Thomas Mann (Deutschland),
„hauptsächlich für seinen großen Roman ‚Buddenbrooks‘, der sich die Anerkennung als eines der klassischen Werke der zeitgenössischen Literatur erworben hat“.

1919 Carl Spitteler (Schweiz),
„vor allem in Anerkennung seines machtvollen Epos ‚Olympischer Frühling‘“.

1912 Gerhart Hauptmann (Deutschland),
„für sein fruchtbares und vielseitiges Wirken im Bereich der dramatischen Dichtung“.

1910 Paul Heyse (Deutschland),
„in Anerkennung der vollendeten, von Idealismus durchleuchteten Kunst, für die er während langer fruchtbarer Jahre als Lyriker, Dramatiker, Romancier und als Verfasser von weltberühmten Novellen Beweise gegeben hat“.

1908 Rudolf Eucken (Deutschland),
„in Anerkennung seines ernsthaften Suchens nach der Wahrheit, der durchdringenden Kraft der Gedanken, der Weite seines Blickfelds, der Wärme und Eindringlichkeit der Darstellung, womit er in seinen zahlreichen Arbeiten eine idealistische Lebensphilosophie gerechtfertigt und weiterentwickelt hat“.

1902 Theodor Mommsen (Deutschland),
„dem größten lebenden Meister der historischen Darstellung, besonders in Anerkennung seiner monumentalen ‚Römischen Geschichte‘“.

Herta Müller reiht sich in eine Reihe großer Männer und Frauen ein.
Noch heute gibt es unzählige Bücherfreunde, die Werke von Hesse, Mann oder Böll lesen oder beinahe vergöttern (mich eingeschlossen).
Diese Werke sind zeitlos. Zeitlos schöne Sprache. Und Themen, die auch 80 Jahre später berühren und ansprechen.

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Leselust: “Atemschaukel”

Herta Müller. “Atemschaukel”. Bestseller. Literaturnobelpreis 2009. Gestern gekauft.

Ich habe große, unbändige Lust mit dem Lesen zu beginnen.

Herta Müller wurde am 8. Oktober 2009 in Stockholm mit dem Nobelpreis für Literatur 2009 ausgezeichnet.
Erklärung der Akademie: Herta Müller zeichne “mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit”.

Meine Neugierde ist geweckt.

Herta Müller wurde 1953 in Nitzkydorf/Rumänien geboren. In ihren Werken verarbeitet sie ihre Erlebnisse mit politischer Verfolgung. Müllers Familie gehörte zur deutschen Minderheit in Rumänien. Unter dem kommunistischen Regime in Rumänien wurde ihr Großvater enteignet und ihre Mutter zu jahrelanger Zwangsarbeit in die UdSSR deportiert.
In ihrer Nobelpreis Vorlesung sagte sie, sie wolle in ihren Texten ausdrücken, wie Diktaturen Menschen ihrer Würde beraubten.
Sie habe mit “auf die Angst vor dem Tod mit dem Durst nach Leben” reagiert.

Auch in ihrem neuesten Buch “Atemschaukel” bildet dieses dunkle Kapitel der rumänischen Geschichte den Rahmen für eine individuelle Geschichte. Die Geschichte des 17 jährigen Leo Auberg, ein Rumäniendeutscher, der unter Stalin verfolgt und deportiert wird.

Das Buch trägt autobiografische Züge. Und erzählt die Erlebnisse ihres Freundes Oskar Pastior, der bis zu seinem Tod 2006 an diesem Werk mitarbeitete. Zwei Schicksale, ein Buch und die Geschichte von 1000en.

Ich bin sehr gespannt und beginne erwartungsvoll zu lesen.
Der erste Satz: “Alles was ich habe, trage ich bei mir …”

Für euch gibt es danach natürlich die vollständige Zusammenfassung und meine Meinung!
Und bis dahin: Lesen, lesen, weiterlesen!

Wenn jemand mitlesen möchte – hier!


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In ferne Welten wandern

Alles neu. Alles mehr ich selbst.

Ich habe mein Blogthema geändert & beginne noch einmal ganz von vorne.
Wie der Titel Der (Grazer) Literaturblog schon verrät: Ich möchte hier einer Leidenschaft von mir Raum geben. Ich werde diesen Blog der Literatur, in all ihren Variationen und Facetten, widmen.

Es wird Rezensionen von Büchern, die ich lese oder gelesen habe, geben.
Manchmal werde ich das Rezensieren (aus Zeitmangel & deshalb Buchmangel) auch anderen überlassen. Dies wird der Qualität aber hoffentlich keinen Abbruch tun.
Ich werde Veranstaltungen empfehlen und ankündigen.
Klein und Fein. Hier möchte ich mich vor allem auf die Grazer Literaturszene konzentrieren und ausgewählte Events aus dieser Region vorstellen.
Vielleicht verirrt sich auch ab & zu ein berührendes, lustiges, nachdenkliches, poetisches, verrücktes oder einfach nur gutes Zitat auf meine Seite.
Neuerscheinungen werden hier natürlich auch erwähnt.
Und Schriftsteller, Lyriker und Poeten gewürdigt.

“Bücher lesen, heißt wandern gehen in ferne Welten,
aus den Stuben über die Sterne.”

Jean Paul


In diesem Sinne. Lasst uns in ferne Welten wandern!

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